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Shaheylah - mein glücklicher Ort Sanna Seven Deers 
Alexandra, eine junge Frau aus Hamburg, verlässt ihr gesichertes Leben. Sie fühlt eine innere Leere und Sinnlosigkeit, die so stark ist, dass sie sich auf den Weg macht, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Der Zufall führt sie in ein kleines Dorf in Kanada: Shaheylah ...
... dieser Name bedeutet soviel wie "glücklicher Ort". Alexandra findet einen Job als Kindermädchen auf einer Farm. Sie lernt die Naturnähe, findet Freunde und schließlich auch die Liebe. Einige Abenteuer, die das Leben in der Wildnis mit sich bringen, helfen ihr in Einklang mit sich und ihrer Welt zu kommen. Auch Angriffe von ihr feindlich gesinnten Personen sowie ein Zerwürfnis mit Ihren Eltern bringen sie nicht von ihrem neuen Lebensweg ab, den sie als den richtigen erkannt hat. Schöne und ansprechende Landschaftsbeschreibungen runden die schöne Liebesgeschichte ab. Mystik und indianische Tradition verleihen dem Buch ein zauberhaftes Flair und ziehen den Leser in den Bann. Alexandra wird in ihrem "glücklichen Ort" Shaheylah glücklich.
ISBN 978-3-931735-22-7 • 350 S. - 210 x 149 cm • 12,95 Euro
 Autorin Sanna Seven Deers Sanna Seven Deers, Ehefrau des Bildhauers David Seven Deers, schrieb diesen Roman auf der Basis ihrer eigenen Erlebnisse. Längst ist sie Kanadierin geworden und lebt mit Mann und vier Kindern in einem Holzhaus ohne Elektrizität in der kanadischen Wildnis. Ihre Bücher schreibt sie beim Schein der Petroleumlampe. Sanna Seven Deers im Internet
Alexandra hielt einen Moment inne und schaute sich um. Beinahe drehte sich ihr der Kopf. Von allen Seiten prasselten Geräusche und Wortfetzen auf sie ein und sie kam sich ein wenig verloren vor. Um sie herum tobte ein Meer aus Menschen, Koffern, Rollwagen und Farben, das sie zu verschlucken drohte. Ein lautes Meer, ein lebendiges Meer: Vancouver International Airport. Mit einem Mal war sich Alexandra nicht mehr sicher, ob ihre Entscheidung, hierher zu kommen, richtig gewesen war. Vielleicht hätte sie auf die Mahnungen der Eltern hören sollen. Entschlossen hob sie ihren Kopf und atmete tief durch. Sie ergriff ihre beiden großen Reisetaschen und bahnte sich einen Weg zum Informationsschalter. Bloß jetzt nicht überschnappen! Alexandra dankte dem Himmel, wenigstens im Englischunterricht aufgepasst zu haben. Schon eine halbe Stunde später saß sie im Flughafenbus, der sie zum Greyhoundbus Terminal bringen sollte. Die Busfahrt gab ihr eine Verschnaufpause und die Möglichkeit, sich mit der neuen Situation auseinander zu setzen. Aus dem Fenster des Busses konnte Alexandra in aller Ruhe einen ersten Blick auf Kanada werfen. Fast war sie ein wenig enttäuscht: Vancouver sah sehr ähnlich aus wie jede andere Großstadt, die sie kannte. Bei genauerer Beobachtung stellte sie jedoch einige Unterschiede fest: Die Stromleitungen waren allesamt Oberlandleitungen und wenn sie vom Fenster des Busses gen Himmel blickte, dann sah sie ein enormes Netz aus Stromleitungen, das Kreuz und quer über den Straßen hing. Es war kein schöner Anblick. Statt der weißen Taxis gab es hier gelbe und alles schien größer zu sein als in Deutschland. Die Autos waren größer und sahen nicht so aus, als seien sie sehr sparsam im Benzinverbrauch; die Lastwagen waren erheblich größer, beinahe furchterregend groß! Alexandra stellte sich vor, wie unangenehm es sein müsste, in einem Kleinwagen von so einem Laster auf der Autobahn gejagt zu werden. Und die Berge! Eine freudige Erregung stieg in ihr auf, als sie hinter der Silhouette der Stadt die Umrisse der Berge in der Abenddämmerung erblickte. Die runden, bewaldeten Bergspitzen zeichneten sich klar gegen den Abendhimmel ab und es schien als sei Vancouver eine Insel der Zivilisation in der Wildnis. Die Berge, die Natur reichte bis an die Grenze der Stadt und es war beeindruckend und neu für Alexandra den Kontrast von wilder Natur und moderner Großstadt so klar nebeneinander zu sehen. Plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie sich wirklich nicht mehr in Deutschland befand. Sie hatte es geschafft! Sie war tatsächlich in Kanada. Sie war hier, auf sich allein gestellt und erst mal gab es keinen Weg zurück. Das war Alexandras Absicht gewesen. Irgendwo in diesem wilden Land – das fühlte sie in ihrem Herzen – lag der Schlüssel zu ihrer Seele, der Schlüssel zu ihrem Glück. Und nur sie allein konnte ihn finden. Alexandra verbrachte die Nacht in einem Motel nahe dem Greyhoundbus Terminal. Es war nicht sonderlich ansprechend, aber es gab ihr die Sicherheit, den Bus am frühen Morgen bestimmt zu erreichen. Die Einrichtung des Motels war modern, die Räume ordentlich und sauber, aber jeder Gegenstand im Raum schien aus Plastik, so dass es funkte, wann immer sie etwas anfasste. Außerdem war die Lage des Motels nichts für ruheliebende Menschen. Doch trotz des Straßenlärms hatte es nur wenige Minuten gedauert bis Alexandra eingeschlafen war. Sie hatte vergeblich versucht den Fernseher und die Mikrowelle zum Laufen zu bringen und musste an der Rezeption nachfragen um eine Telefonverbindung zu den Eltern in Hamburg herzustellen. Anschließend war sie ganz einfach resigniert ins Bett gefallen.
Am nächsten Morgen kaufte Alexandra sich eine Fahrkarte, mit der sie bis weit in den Norden fahren konnte. Ihr Plan war es, einfach auszusteigen, wo es ihr gefiel. Die Busfahrkarten waren nicht sehr teuer, daher machte sie sich über ihr Ziel nicht allzu viele Sorgen. Sie wollte nur verhindern, dass sie nahe am Flugplatz blieb. Sie durfte nicht zurück. Sie musste einfach hier bleiben – bis die Zeit um war. Alexandra saß an einem Fensterplatz und blickte fasziniert auf die Landschaft, die draußen am Bus vorbeiflog. Sie hatte sich noch immer ein wenig müde gefühlt, als sie eingestiegen war, aber die Fahrweise des Busfahrers hatte sie schnell aufwachen lassen. Das Motto der Greyhoundbusse ist Take it easy, take the Greyhound, was so viel heißt wie Nimm´s gelassen, fahr mit dem Greyhoundbus, aber Alexandra war augenscheinlich im verkehrten Bus gelandet. Von Entspannung konnte nicht die Rede sein! Der Fahrer trat tüchtig aufs Gaspedal und der Bus fuhr schneller, als alle anderen Fahrzeuge auf dem Highway. Wann immer sie eine Kurve durchfuhren, sah Alexandra den Bus in den Graben fliegen. Die anderen Fahrgäste schienen sich an der Geschwindigkeit nicht zu stören und unterhielten sich gelassen. Es brauchte eine Weile, bis auch Alexandra sich etwas entspannen konnte. Doch dann zog die Landschaft sie in ihren Bann. Das Fraser Valley, das der Bus durchfuhr, war ein weites, flaches Tal mit üppiger Landwirtschaft und fruchtbarem Boden. Der Fraser River durchzog das Tal mit seinen tiefen Wassern auf dem Weg zum Pazifik. Auf beiden Seiten umrahmten hohe, dicht bewaldeten Bergketten die grünen Felder und glänzenden Wasser. Die Besiedelung wurde zunehmend lichter und mit jedem Kilometer rückte die Zivilisation immer weiter zurück. Die Natur mit ihrer wilden, ungezähmten Schönheit gewann die Oberhand. Für einen Moment sah Alexandra ihr Spiegelbild im Fenster und musste leise lachen. Sie fühlte sich wie ein Fremdkörper in diesem großen Land und dachte mit etwas Wehmut an Hamburg, wo bisher ihre Heimat gewesen war – ihr gesamtes Leben. Bis gestern. Und sie dachte zurück an den Tag, als sie den Entschluss gefasst hatte, ihrem Leben eine andere Richtung zu geben.
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