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Das 5. Geheimnis / Roman

Das Fünfte Geheimnis
Starhawk

Titel 5. Geheimnis

San Francisco im Jahr 2048 - eine kleine multikulturelle Gesellschaft lebt hier in Harmonie, während der Rest der Welt im Chaos versinkt. Doch die Bedrohung durch das totalitäre Regime im Süden stellt auch den inneren Frieden in Frage ...

Als es zur Invasion kommt, geht die 98jährige Maya noch einmal auf die Straße. Ein packender Roman - eine kraftvolle Zukunftsvision voller Dramatik, Erotik und Abenteuer. Aus dem Amerikanischen von Peter Bauer und Anna Beeckmann.
Originaltitel: The Fifth Sacred Thing, Bantam Books (1993)

ISBN 3-931735-01-X • 620 Seiten • 15 Euro

Autor

Starhawk lebt und arbeitet in San Francisco
Starhawk lebt und arbeitet in San Francisco

Starhawk (Miriam Simos) ist eine der führenden Öko-Feministinnen der USA und Mitbegründerin der Pagan-Bewegung in Kalifornien. Sie engagiert sich für eine heilere Welt, in der Menschen einen Weg finden, ihre Spiritualität zu leben und die Kräfte der Natur zu ehren und zu erhalten. Die Autorin lebt und arbeitet in San Francisco. Dort hat sie das Reclaiming-Collective gegründet, das Seminare und öffentliche Rituale ausrichtet.

Image Starhawk im Internet

Stimmen zum Buch

Ein Buch das mein Leben verändert hat

16. August 2006
Rezensentin/Rezensen bei amazon:
Karin Kramer "KA-RIT" (Kiel, Schleswig-Holstein Deutschland)

Ich kannte Starhwak schon aus Sachbüchern, dann bekam ich diesen Roman in die Hände und bin begeistert. Dieses Buch hat meine Theorien, die noch recht rudimentär waren, grundlegend verändert und mir geholfen ein umweltbewußtes Leben zu führen. Was Angst macht ist die Tatsache das es erkennbarer und erkennbarer wird, das sich unsere Welt immer mehr in die von Starhawk beschriebene Richtung entwickelt. Der Gott heißt Geld in unserer Welt. Die heiligen Elemente werden verkauft und verschoben und mehr und mehr als Machtmittel eingesetzt. Aber die Göttin sei dank bilden sich auch mehr und mehr spirituelle Gruppen und Oasen in dieser kalten Gesellschaft und geben Hoffnung.

Nicht nur für Starhawk-Leser!

14. Februar 2003
Rezensentin/Rezensent bei amazon:
W. Haas (Schweiz)
        
Die USA unter einer politischen Führung die das Wort Gottes pervertiert einsetzt um einen totalitären Staat zu rechtfertigen der einem Deutschland unter den Nationalsozialisten in nichts nachsteht. In der die Menschen via Wasser von Medikamenten abhängig gemacht werden und wo Randgruppen und alles was nicht "weiss" ist aufs menschenunwürdigste behandelt und als Kriegsfutter gezüchtet werden. In diesem Amerika erkämpft sich eine kleine spirituelle Gruppe einen freien Raum in Kalifornien in welchem sich nicht nur Hexen und Heiden sondern alle toleranten und friedlichen religiösen Menschen versammeln und eine Existenz aufbauen. Ständig den biologischen Angriffen der Aussenwelt ausgesetzt versuchen sie, allen Widrigkeiten zum Trotz mit spirituellen Mitteln, ihre Freiheit zu verteidigen als der Feind zum grossen Angriff bläst.
Dieser Roman sollte von jedem gelesen werden! Er verspricht nicht die sogenannte "bessere Welt", zeigt uns aber eine Form des Lebens auf, die Mensch und Natur heilen lassen würde und in der die Individualität des Einzelnen gewahrt bleibt. Vorbildlich wie sozialkritische Themen hier eingebunden werden. Um es vorwegzunehmen: dies ist KEIN feministischer Roman. Er spricht alle an. Die Vision einer Gesellschaft die andere Wege als die Gewalt findet, die zwischenmenschliche und soziale Fragen abseits der derzeitigen Norm behandelt und in der die Spiritualität des Menschen respektiert wird, egal welcher Religion er angehört, diese Vision ist kraftvoll, stimmt nachdenklich, macht Hoffnung und sollte niemanden kalt lassen. Und daneben ist das Buch auch noch spannend und kurzweilig geschrieben und alles andere als "abgehoben" falls jemand das befürchtet.
Wenn man die derzeitige politische Situation in den USA sieht, dann fragt man sich nach dem Beenden dieses grossartigen Romanes beunruhigt, ob die Realität nicht die Fiktion schon bald einholt, so brisant ist das Thema im Moment.
Unbedingt reinlesen. "Das fünfte Geheimnis" ist aktueller denn je!

Eine Vision, die Hoffnung macht

28. August 2000
Rezensentin/Rezensent bei amazon:
Maria Opriessnig aus Österreich, Salzburg

Beim Lesen des Buches kommt Hoffnung auf - so könnte/sollte unser Leben sein. Nicht erst in 50 Jahren, sondern schon jetzt. Das Buch macht Mut, sich in gewaltlosem politischem Handeln zu üben, mit den Elemente und vier Himmelsrichtungen zu leben und der Göttin zu vertrauen.

Unglaublich fesselnd

8. Februar 2000
Rezensentin/Rezensent
bei amazon:
fuinseog&t-online.de aus Frankfurt, Deutschland

Hätte nie gedacht, daß Starhawk, deren andere Bücher ich sehr schätze, es auch schafft einen so intensiven Roman zu schreiben. Habe dieses Buch vor ca. einem Jahr im Original gelesen und konnte es nich mehr aus der Hand legen. Ich kann nur hoffen das es unter der Übersetzung nicht gelitten hat. Die Vision einer möglichen Zukunft unserer Gesellschaft die uns hier von Starhawk präsentiert wird ist zugleich grauenhaft und für Heiden hoffnungsvoll. Die Personen in diesem Buch besitzen eine Lebendigkeit, die einen fesselt und die Geschehnisse ließen mich durch eine Achterbahn an Gefühlen reisen. Etwa von Seite fünf an begleitete mich der Gedanke: "Wie schrecklich, irgendwann wirst du diese Buch fertig gelesen haben." Ich kann es nur empfehlen und denke mir, daß jeder der auch nur ein wenig mit Starhawks anderen Büchern anfangen kann, diesen Roman lieben wird.

Eine der wunderbarsten
feministischen Utopien überhaupt!

3. November 1999
Rezensentin/Rezensent
bei amazon:
a.treelover&angelfire.com aus Deutschland

Ich habe dieses Buch in der englischen Originalversion gelesen und geliebt! Und jetzt werde ich es allen meinen FreundInnen schenken... Ein lohnenswertes Buch nicht nur für alle, die Starhawk schon kennen und schätzen.

Leseprobe

Es war zur großen Trockenzeit. Eine alte Frau kletterte auf einen Hügel. Wie die meisten Menschen im südlichen Teil der Stadt nannte sie diese Jahreszeit "El Tiempo de la Segadora", die Zeit der Großen Schnitterin. Dürre überall, Grün nur dort, wo die Gärten noch genug Wasser aus den Zisternen bekamen. Regen war noch für Wochen nicht zu erwarten.

Die alte Frau erklomm den Hügel, wie sie früher Berge erklommen hatte, einen Schritt nach dem anderen, den Stock fest vor sich aufpflanzend. Die alte Frau war 98 Jahre alt, geboren in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Noch zwei Jahre und sie würde die Mitte des 21. Jahrhunderts erleben. In ihrer Jugend hatte sie vieles erklommen: Wüsten-Gipfel, Pyramiden, Stacheldrahtzäune. Sie hatte Verzweiflung erlebt und neue Hoffnung.

Der Hügel reckte sich wie ein schwangerer Bauch über den südlichen Teil der Stadt, über den grünen Flickenteppich aus Häusern und Gärten und Wegen und den blauen Wassern der San Francisco Bucht. Bei der Göttin, dachte die alte Frau, sie war noch immer in der Lage, diesen Hügel zu erklimmen!

Maya blieb stehen, um Atem zu schöpfen. Um sie herum wogten Scharen von Menschen, gekleidet in den grünen und goldenen Farben der Jahreszeit, fröhlich redeten sie oder sie sangen, je nach Temperament. Sie trugen Körbe mit Opfergaben: Brot, Früchte, Käse und frisches Gemüse aus den Gärten.

Unten lagen die Häuser, klein wie Spielzeug, dazwischen die alten Wolkenkratzer, die sich vom flachen Gelände unten an der Bucht erhoben. Ein buntes Mosaik. Grün der Hintergrund, durchzogen von Wasseradern und gesprenkelt mit dunklen Teichen und Seen. Die Blocks alter Reihenhäuser bildeten immer noch Straßenzüge, die niemand mehr benutzte. Stattdessen bewegten sich Fahrräder und Elektroautos und gelegentlich ein Pferd durch das Labyrinth der engen Wege, die sich durch das Grün zogen. Über den Hausdächern schwangen Gondeln wie bunt bemalte Eimer, von Hügel zu Hügel, sie bewegten sich zwischen hohen Türmen, an denen sich Windräder drehten. Im Nordosten konnte Maya einen langen Zug sehen, der sich über das untere Deck der Bay-Brücke bewegte. Ah, dachte Maya, das erste Getreide wird zum Central-Markt gebracht.

Und ganz hinten leuchtete die Golden Gate Brücke aus dem Dunst. Wunderschön, dachte Maya. Seit ihrem ersten Blick auf die City, in jenem Sommer der Liebe, vor mehr als 80 Jahren, war sie in diese Stadt verliebt. Damals, sie war gerade 17 Jahre alt, hatten die Nebel sie entzückt, die Geheimnisse verhüllten oder preisgaben. Die von Menschen wimmelnden Straßen hatten sie erfreut. Sie schienen ständig kostümiert zu sein: Zigeuner, Piraten, Indianer, Hexen, die die Bürgersteige entlang schlenderten und zu den Klängen der Beatles "Love, Love, Love" sangen.

"Du bist meine ständige Geliebte gewesen", sagte sie leise. "Eine City, nicht monogam, aber niemals untreu, manchmal etwas aufgedonnert, aber niemals langweilig. Und du bist auch noch nicht vor mir gestorben, wie viele andere."

"Love is all you need". - Liebe ist alles was du brauchst! Sie hörte das Lied in ihrer Erinnerung. "Aber die Beatles führten uns auf eine falsche Fährte", flüsterte sie ins Leere, in die Luft, die gefüllt war mit den Geistern ihrer toten Freunde. Liebe war aber nicht das einzige, was wir damals brauchten. Wir wollten lieben, frei und ohne Beschränkungen. und dafür mußten wir die Welt erneuern."

Seufzend setzte Maya den steilen Aufstieg fort. In Wahrheit ist dies eine verdammt anstrengende Kletterei für eine alte Hexe wie mich, gestand sie sich ein. Ich hätte mir die Mühe ersparen und Madrone bitten sollen, die Schreine zu besuchen.

Die Schreine der Vier Heiligen Elemente befanden sich in den jeweiligen Himmelsrichtungen. Maya hatte die mühselige Umrundung fast hinter sich. Sie hinterließ Samen seltener Kräuter beim Heiligen Schrein der Erde, Federn der Seevögel und der Hähne beim Heiligen Schrein der Luft. Beim Schrein des Feuers hinterließ sie weißen und schwarzen Salbei sowie Zedernholz, und beim Wasser-Schrein hatte sie ein Glas mit Regenwasser geopfert, das sie vom ersten Sturm des vergangenen Herbstes aufbewahrt hatte.

Aber Madrone hätte vermutlich gar keine Zeit gehabt. Ich weiß ja wie es ist, murmelte Maya. Wahrscheinlich steckt sie bis zu den Ellenbogen in ihrer Arbeit, froh, wenn sie den Hügel noch in letzter Minute hinaufeilen kann. Auf meine alten Tage werde ich pingelig, dachte sie. Eine orthodoxe Heidin, die auf strikter Einhaltung der alten, überlieferten Rituale besteht; ein ausführlicher Besuch bei jedem einzelnen Schrein, ein Gang den Prozessionsweg hinauf, Zeit zu meditieren, nachzudenken, ein wenig in Trance zu versinken ...

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